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Schnitt Preis 1999

Die Gewinnerin des 1. Deutschen Schnitt Preises
Araksi Mouhibian

Am Sonntag, den 14.11.1999 wurde erstmals in Deutschland die Einzelleistung einer Cutterin oder eines Cutters ausgezeichnet. Der vom Filmmagazin Schnitt initiierte und mit 1000 DM dotierte Preis würdigt den Schnitt eines Langfilms aus dem Wettbewerb des 10. Kinofestes Lünen.

Die Jury, bestehend aus Patricia Rommel (Cutterin), Marie Bäumer (Schauspielerin), Dieter Kosslick (Geschäftsführer Filmstiftung NRW) und Mark Schlichter (Regisseur), prämierte die Arbeit der armenischen und in Bulgarien ansässigen Cutterin Araksi Mouhibian für den Film "Tuvalu" von Veit Helmer. Gestiftet wurde der Preis von der Filmzeitschrift, um die Aufmerksamkeit verstärkt auf die künstlerische Bedeutung des Filmschnitts und seiner Macher zu lenken und durch Diskussionen endlich Kategorien seiner Bewertung langfristig zu manifestieren.

Araksi Mouhibian

Aus der Begründung der Jury

"'Tuvalu' kommt 100 Minuten ohne Dialoge aus. Der Erzählrhythmus entsteht allein aus der Aktion im Bild und aus dem Schnitt. Gut getimte Szenenübergänge, stimmige Zwischenschnitte, eine ausgewogene Balance zwischen langstehenden Einstellungen und schnelleren Sequenzen machten die dem Film eigene Musikalität aus. Der Filmschnitt scheint etwas zu sein, das um so besser ist, je weniger man es bemerkt. Was ist überhaupt Filmschnitt, fragt sich, wer nicht an der Filmherstellung direkt beteiligt ist. Wozu braucht man überhaupt einen Cutter? Schneidet er etwa nur die Klappen ab und klebt die Enden zusammen? Aber auch, wenn man akzeptiert, daß ohne den Cutter kein Film entstehen kann, bleibt doch die Schwierigkeit, seine Arbeit abzugrenzen, seinen Beitrag zum Ganzen zu definieren. Was wurde durch das Drehbuch, den Regisseur oder die Arbeit des Kameramannes bereits vorgegeben? Wo beginnt die eigentliche originäre Leistung des Cutters oder der Cutterin? Erst durch das Aufkommen non-linearer Schnittsysteme und die ästhetische Verarbeitung neuer Sehweisen - Stichwort Clip-Ästhetik - rückte der Filmschnitt allmählich ins Bewußtsein eines größeren Laienpublikums. Um so bedeutender und überfällig war das Initiieren dieses Schnitt Preises. Der erste Schritt, den Schnitt aus seinem Schattendasein zu befreien, ist nun getan."

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zuletzt geändert am 23. December 2002, 00:06   
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