Wer mit deutscher Hilfe internationales Kino produzieren will, wendet
sich an ihn: Jan Fantl, Geschäftsführer der Kölner Q & Q MediengmbH für Film und
Unterhaltung. In Zusammenarbeit mit der ApolloMedia GmbH sorgt der in Prag geborene Film-
und TV-Produzent seit dem letzten Jahr dafür, dass internationale Großproduktionen
sinnvoll mit deutschen Talenten vor und hinter der Kamera verstärkt werden. Bereits mit
den ersten beiden Co-Produktionen, Peter Hyams´ "The Musketeer" und Christian
Duguays in Tirol, Berlin und Canada entstandenem Action-Thriller "The
Extremists", stellt Fantl den Erfolg seiner Verbindung mit ApolloMedia unter Beweis.
In "The Musketeer" sind neben internationalen Stars wie Catherine Deneuve, Tim
Roth, Stephen Rea und "American Beauty" Mena Suvari 14 deutsche Schauspieler zu
sehen. Im technischen Stab von "The Musketeer" arbeiten 34 deutsche Experten.
"The Musketeer" erreicht, was bisher noch keiner deutschen Co-Produktion gelang:
am Startwochenende ist der Film sofort auf Platz 1 der hart umkämpften amerikanischen
Kino-Charts. Bei den Dreharbeiten zum Action-Thriller "The Extremists" spielen
u.a. Heino Ferch und Klaus Löwitsch neben Devon Sawa, Bridgette Wilson-Sampras und Rufus
Sewell. Für den Horrorfilm "Fear.com", eine weitere Co-Produktion von Jan Fantl
mit ApolloMedia, stehen seit 12. März u.a. Gesine Cukrowski, Isabella Parkinson und
Matthias Schweighöfer zusammen mit Natascha McElhone und Stephen Dorff vor der Kamera. In
New York liefen parallel die Dreharbeiten zur ApolloMedia Produktion "Igby goes
down" mit Susan Sarandon, Ryan Phillippe, Claire Danes, Jeff Goldblum und Bill
Pullman. Produziert wird der Film von Marco Webers Atlantic Streamline. "Auf
keinen Fall geht es darum", erklärt Fantl, "Quoten-Deutsche in
englischsprachige Produktionen zu hieven. Wir wollen die deutsche Filmindustrie
international stärken, indem wir die wirklichen Talente gezielt dort einsetzen, wo sie
ihr Können unter Beweis stellen." Dank seiner langjährigen Kontakte und Expertise
als "hands on"-Producer weiß Fantl genau, wen er für die von ihm
co-produzierten Projekte einsetzen kann, um die verantwortungsvollen Aufgaben einer
internationalen Großproduktion zu bewältigen. "Mein Ziel ist es", so Fantl,
"profitorientierte Filme zu produzieren. Wenn ich dabei helfen kann, den Deutschen
Film noch attraktiver und professioneller zu machen, dann ist "meine kleine
Filmpolitik" auch noch ein Vergnügen. Indem wir deutsche Schauspieler und
Technik-Experten in Projekten einsetzen, die ein internationales Publikum begeistern,
erweitern wir den Deutschen Film um ein Produktionsangebot, das auf dem Weltmarkt bestehen
kann." Zu den weiteren von ApolloMedia coproduzierten Filmen zählen u.a. "Alma
- Bride of the Wind" von Bruce Beresford und "Investigating Sex" (in
Co-Produktion mit Gemini/Colon Film) von Alan Rudolph, bei denen Fantl jeweils als
Co-Executiv zeichnet.
Die Liebe zum Film scheint Fantl in die Wiege gelegt. Sein Vater Thomas arbeitet als
Regie-Assistent bei der UFA, inszeniert später mehr als 30 Fernsehspiele für das
deutsche Fernsehen. Sein Großvater Julius Außenberg ist der jüngste Executive in der
Geschichte von 20th Century Fox, holt Billy Wilder nach Hollywood und produziert später
in London u.a. "Der Dritte Mann". "Ich bin sozusagen am Drehort
aufgewachsen", erinnert sich Fantl, der als Kind genauso viel Zeit mit Mitschülern
wie mit damaligen deutschen Filmstars wie Heinz Erhardt, Inge Meysel und Theo Lingen
verbringt.
Bereits während der Schulzeit nutzt Fantl jede freie Minute, um alles zu lernen, was
am Drehort notwendig ist. Nach dem Abitur wird er 1975 von der Bavaria als
Produktionsassistent für Regisseur Franz Peter Wirth engagiert und arbeitet sich schnell
zum Aufnahmeleiter und Regieassistent hoch, u.a. bei "Tatort"-Krimis von
Wolfgang Becker, Wolfgang Staudte und Wolfgang Petersen sowie bei Franz Peter Wirths
"Wallenstein". Das umfassende training on the job hält Fantl für unersetzlich.
"Während die verschiedenen Produktionsschritte heute oft parallel ablaufen", so
Fantl, "hatte ich damals noch die Möglichkeit, sämtliche Stadien der
Filmproduktion, von der 1. Drehbuchfassung bis zur Ablieferung an den Verleiher,
kennenzulernen." Kein Wunder, dass man ihn bald als "Allzweckwaffe" für
Filmhochschulabsolventen einsetzt, um reibungslose Produktionsprozesse zu garantieren.
Einer dieser Regisseure ist Hajo Gies. Mit ihm arbeitet Fantl als 1. Regie-Assistent mehr
als zehn Jahre lang u.a. an den Duisburger "Tatort"-Krimis mit der von Götz
George verkörperten Figur des Kommissars "Horst Schimanski". Für den
Schimanski-Kinofilm "Zahn um Zahn" zeichnet Fantl zudem 1985 als Director der
Action Unit verantwortlich.
Neben seiner Produzenten-Tätigkeit für die Werbefilm-Firma DEWE, für die er Kunden
wie Mercedes Benz, IBM und Lufthansa in Szene setzt, wirkt Fantl von 1982 bis 1985 als
Sprecher der Regie-Assistenten im Vorstand des Bundesverbands der deutschen Film- und
TV-Regisseure. In dieser Funktion ist er aktiv bei Fragen zur Tarifpolitik und hilft
entscheidend mit, den Aufgabenbereich des First Assistant Director auch in Deutschland zu
etablieren. 1984 erfüllt er seinem Vater einen Herzenswunsch und finanziert, produziert
und schneidet dessen Dokumentarfilm "The Children of Theresienstadt - Gateway To
Hell". Der Film erhält zahlreiche Auszeichnungen bei Filmfestivals in Washington und
New York und wird als besondere Ehrung am Vorabend der Shoah 1997 im israelischen
Fernsehen präsentiert.
Seine Vielseitigkeit stellt Fantl erneut unter Beweis, als er 1985 als Regisseur den
erfolgreichen Relaunch der legendären "Sesamstraße" betreut. Für die
Multimedia Film- und Fernsehproduktion übernimmt er anschließend den Bereich
"Infotainment" und entwickelt und realisiert u.a. Auto- und Reisemagazine für
SAT.1. Als Line Producer arbeitet er an einer der ersten von der Filmstiftung NRW
geförderten Kinoproduktionen: "Die Wand" mit Karin Brandauer, die leider kurz
vor Beginn der Dreharbeiten stirbt. Ebenfalls als Line Producer zeichnet er für Roger
Spottiswoodes "Mesmer" mit Alan Rickman verantwortlich sowie für die
deutsch-isländisch-schwedische Co-Produktion "Tears of Stone", die 1994 für
den Oscar als Bester Ausländischer Film nominiert wird. 1996 fungiert Fantl als Executive
Producer für den Pilotfilm zur RTL-Serie "Der Clown" und erntet dabei die
höchste Einschaltquote in der Geschichte von RTL. 1997 gründet Fantl mit der Q&Q
MediengmbH für Film und Unterhaltung seine eigene Produktionsfirma und produziert
erstmals mit "Die Diebin" (a.k.a. "Miss Diamond") eines der
erfolgreichsten TV-Movies für ProSieben, das er anschließend in rund 50 Länder
verkauft.
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